Stockholm Love Story

Stockholm Love Story

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Ein unverhofftes Jobangebot, ein nerviger Teenager und die Tatsache, dass die Männer in Schweden auch nicht besser sind.

Mit „Stockholm Love Story“ von Rebecca Timm verschlägt es mich, wie der Titel schon sagt, nach Schweden, dem Land der blonden gutaussehenden Menschen. Kann das jemand bestätigen?
Wenn ja, sollte ich wohl schnell meine Koffer packen und spontan in das geheiligte Land von Ikea, Köttbullar und Zimtschnecken fliegen!

Endlich erscheint mal wieder eine Rezension auf diesem Blog – es wurde auch langsam mal wieder Zeit – und ich hoffe, dass diese nun auch wieder mehr oder regelmäßig erscheinen. Aber bleiben wir erstmal bei dieser hier.

Lisa Stein ist ein wenig verpeilt, aber hat das Herz am rechten Fleck und versucht sich nicht von ihrem selbstgefälligen Ex-Freund unterkriegen zu lassen. Unerwartet erhält sie einen Anruf, der ihr aus der Klemme hilft. Sie soll als Assistentin des Chefs einer IT Firma in Stockholm beginnen und ist heilfroh ihr Leben in Berlin für eine Weile hinter sich lassen zu können. Doch mit der 11-jährigen Tochter ihres neuen Chefs hat sie nicht gerechnet und erst Recht nicht mit der Tatsache, dass Lisa nun anscheinend den Babysitter für sie spielen soll.
Auch wenn sich ihr gut aussehender, arroganter Vorgesetzter, seine Tochter und an sich der Start ins Berufsleben schwieriger als gedacht gestalten, zeigt sich Schweden durch die Bekanntschaft der sympathischen Hotelangestellten Anne und dem smarten Schweden Filip doch noch von seiner besten Seite.

Ich habe mich sehr gefreut als dieses riesige Paket von Rebecca Timm vor meiner Haustür lag, die ich im März auf dem Autoren-/ Bloggertreffen von feelings im Rahmen der Leipziger Buchmesse kennenlernte. Aber niemals hätte ich mit einem solchen Rundum Paket gerechnet! Da drinnen war nicht nur ihr Debütroman „Stockholm Love Story“, sondern auch noch schwedische Naschereien, eine duftende Kerze, Hugs und ein hübscher Order von me & i, was euch, falls ihr das Buch gelesen habt, bekannt vorkommen sollte. So macht das Lesen gleich noch ein wenig mehr Spaß!

Für mich ist „Stockholm Love Story“ ein gelungenes Debüt, wobei ich durchaus noch Luft nach oben sehe. Die Protagonistin Lisa habe ich schnell ins Herz geschlossen, wirkt sie doch durch ihre etwas tollpatschige Art, ihre Angewohnheit auch mal laut zu denken und dennoch einfühlsame Art für sich und Andere einzustehen sehr sympathisch. Jedoch hätte ich mir bei ihr ein klein wenig mehr Tiefe und Einblick gewünscht, gerade weil sie einem eben so sympathisch ist. Schnell lernt man auch ihren Chef Matthias Baumgarten kennen, der den typischen jungen gut aussehenden, aber dennoch arroganten Jungunternehmer darstellt. Ja, es ist schon klischeehaft, aber seien wir mal ehrlich… vom langweiligen Mitt Vierziger Vorgesetzten wollen wir auch nicht unbedingt lesen. Ich bin da ehrlich, bei manchen Büchern müssen die Menschen auch gut aussehen – damit schließe ich Lisa absolut nicht aus, auch wenn sie sich das selbst oft nicht eingestehen will… wer kennt es nicht – und so auch hier, das hat mit dem Kopfkino zu tun. Sofern klischeehafte Personen keine Klischees bleiben und eine Entwicklung im Laufe des Buches durchlaufen, habe ich damit auch kein Problem.
Sicher könnt ihr euch vorstellen, wie es so mit den Beiden weitergeht.. also ich habe es direkt gespürt. Tatsächlich kamen bei mir Erinnerungen an Lou und Will aus „Ein ganzes halbes Jahr“ auf, wie die beiden miteinander agieren, die Vibes, die sie versprühen.

Generell kann ich die Ausarbeitung der verschiedenen Personen nur loben, Sophie, Tochter von Lisas Chef und ihr vorrübergehendes Babysitterkind, ist für ihre 11 Jahre ein sehr kultiviertes Mädchen, das endlich mal auftauen und Kind sein kann, nicht immer eine Erwachsene spielen muss. Weiterhin lernt Lisa bei ihrem Abenteuer in Schweden direkt noch am Flughafen Filip kennen, ein smarter Sunnyboy, der es Lisa angetan hat, sowie Anne, eine Angestellte des Hotels, mit welcher sie schnell eine Freundschaft schließt, die herzlicher nicht sein könnte. Es hat mich auch sehr gefreut, dass Anne kein platter Nebencharakter ist, man sondern auch einiges über sie und ihr Leben erfährt. Manchmal führte das Alles zu etwas verworrenen Handlungssträngen, in denen es nicht immer ersichtlich war, wie sich die Situation gerade ergeben hat, aber das hat für mich dennoch nichts dem Leseerlebnis abgetan und bedarf einfach einer erneuten Lektüre 😉
Der Wendungpunkt der Geschichte kam für mich nicht unbedingt unerwartet, war aber keineswegs langweilig und gut verpackt, sodass man mit Lisa mitfiebern konnte, in der Hoffnung, dass alles so ausgeht, wie es ausgehen soll. An dieser Stelle hätte ich mir doch eine komplexere Gegenseite, einen präsenteren Antagonisten gewünscht, der das Ganze eventuell etwas dynamischer hält. Ich bin ja eh stark für mehr gute Antagonisten, die komplex genug sind, teilweise sympathischer als so mancher Protagonist erscheinen!

Alles in Allem ist es für mich ein locker luftiges Debüt, welches mich dennoch unerwartet ziemlich mitgenommen hat. Ich hätte gerne mehr erfahren, wie es weitergeht, möchte einfach mehr Lesen von diesen wunderbaren Personen, die definitiv noch Potenzial nach oben haben.

Liebe Rebecca, ich wünsche mir hiermit einen zweiten Teil!

Ich kann euch dieses Debüt empfehlen, den ein oder anderen Kurzurlaub können wir alle vertragen, also wieso nicht mit „Stockholm Love Story“ auf nach Schweden?

 

Das Buch wurde mir von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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